http://de.wikipedia.org/wiki/Nachama Artikel zu Estrongo Nachama

 

08. Dezember 2007
Berlin-Charlottenburg Streifzüge
Vor 60 Jahren in der Pestalozzistraße
Mechthild Küpper
[...] Vor 60 Jahren wurde die Synagoge in der Pestalozzistraße wiedereröffnet. Es ist die zweitälteste in Berlin, und wie die älteste, die in der Rykestraße in Prenzlauer Berg, die kürzlich glanzvoll restauriert wieder in Besitz genommen wurde, ist auch die in der Pestalozzistraße in der Kristallnacht deswegen verschont geblieben, weil sie nicht an der Straße, sondern auf dem hinteren Teil des Grundstücks steht. Die Synagoge in der Pestalozzistraße ist liberal. Ihr im Jahr 2000 verstorbener Oberkantor Estrongo Nachama hat dort über fünfzig Jahre lang gewirkt; seine Stimme war weit über die jüdische Gemeinde hinaus bekannt. [...]

 

6. Dezember 2007
Ein Stück West-Berlin
Vor 60 Jahren wurde die Synagoge Pestalozzistraße wieder eingeweiht
Olaf Glöckner

[…] Als am gleichen Ort im Spätsommer 1945 wieder die ersten Gottesdienste stattfinden, ist kaum einer der einstigen Beter dabei. Ein Neubeginn ist zweifelhaft. Dass er in den folgenden Jahrzehnten dann doch gelingt und sich die Synagoge sogar zum liberal-jüdischen Mittelpunkt im Westen der Stadt entwickelt, hat viel mit dem unvergesslichen Kantor Estrongo Nachama und einer ganzen Kette

engagierter Rabbiner zu tun – unter ihnen Persönlichkeiten wie Nathan Peter Levinson, Cuno Lehrmann, Manfred Lubliner und Ernst Stein. Auch die führenden Repräsentanten der Berliner Einheitsgemeinde und des Zentralrates der Juden unterstützen das Haus nach Kräften.

Ein halbes Jahrhundert nach der Katastrophe steht das Gotteshaus dann in neuer Blüte. 1997 erscheint ein viel beachtetes Gebetbuch unter Mitarbeit von Andreas Nachama, der den hauseigenen Ritus für künftigen Gebrauch zusammenfasst. Schmerzlich trifft die Gemeinde im Jahr 2000 der Tod seines Vaters, Oberkantor „Eto“ Estrongo Nachama, der mit einzigartiger Stimme und herzlichem Auftreten über 50 Jahre lang die Gemeinde begleitet hatte. […]

3 Speptember 2007


Synagogenkonzert 1979
links vorne Harry Foss

Wiedereinweihung Synagoge Rykestraße und Eröffnung 21. Jüdische Kulturtage 2007
Sharon Adler
Die größte Synagoge Deutschlands wurde nach dreijähriger Bauzeit am 31. August 2007 feierlich wieder eröffnet. Ein Ort der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für 1.200 Menschen

[…] Das jährliche Synagogenkonzert mit dem Westberliner Kantor Estrongo Nachama und [Chor] stieß regelmäßig auf große Resonanz.
Im Jahre 2004 musste die Synagoge aus bautechnischen Gründen komplett geschlossen werden . […
]

 

19. Juli 2007

Kantorenausbildung in Potsdam
epd
Das Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam will künftig neben Rabbinern auch Kantoren ausbilden. Die europaweit einzige Ausbildungsstätte für die musikalische Gestaltung von Gottesdiensten soll im Herbst 2008 beginnen, teilte das Kolleg vergangene Woche in Potsdam mit. Ziel sei, den „eklatanten Mangel an qualifizierter Gemeindeleitung“ zu beheben. Die Allgemeine Rabbinerkonferenz Deutschlands habe das Konzept Ende Juni positiv bewertet und ihre Unterstützung zugesagt. Das vierjährige Studium am neuen „Jewish Institute of Cantorial Arts“ in Kooperation mit der Universität Potsdam und der „School of Sacred Music“ des Hebrew Union College in Jerusalem und New York endet mit einem Bachelor- Abschluss. Die Errichtung des Kantorenseminars werde von der amerikanischen Breslauer-Stiftung mit 300.000 US-Dollar gefördert. Auch die Bundesregierung sei gebeten worden, den jährlichen Betrieb ab 2008 zu bezuschussen. Erste Bewerbungen für den Studiengang sind nach Angaben des Kollegs bereits eingegangen. Die künftigen Kantoren sollen auch Qualifikationen als Religionslehrer erhalten. Mit sieben neuen Rabbinerschülern würden zudem ab Herbst 2007 insgesamt 16 Studierende am Kolleg ausgebildet. Die ersten drei Absolventen wurden im vergangenen Jahr zu Rabbinern ordiniert.


Einmal so singen wie
Estrongo Nachama
(1918-2000)

 

 

5. April 2007
Michaela Golzmann
Früher, bevor die Nazis das jüdische Leben in Europa ein für allemal auslöschen wollten, da waren jüdische Gemeinden in Deutschland bekannt für ihre wunderbaren Kantoren. In den Jahrzehnten nach der Schoa waren es dann nur wenige Vorbeter, die den Gottesdienst in den Synagogen mit ihren Gebetsgesängen zu einem besonderen Erlebnis werden ließen. Unter ihnen nimmt Oberkantor Estrongo Nachama, der bis zu seinem Tode vor sieben Jahren in Berlin amtierte, eine ganz besondere Stellung ein.[…]

 

11. November 2006
„Schlechter Gesang beleidigt Gott“
Avitall Gerstetter ist Deutschlands einzige jüdische Kantorin.
Jetzt macht sie auch Popmusik
[..] Die Kantorin hat sich gegen viele Widerstände behauptet. Seit acht Jahren amtiert sie als erste und einzige jüdische Kantorin Deutschlands regelmäßig in Berliner Synagogen. Der legendäre Oberkantor Estrongo Nachama hat die klassisch ausgebildete Sängerin und ihr Kantoren-Fernstudium, das sie 2001 in New York abschloss, gefördert. Letztes Jahr gab's plötzlich Probleme. Orthodoxe Kreise innerhalb der Jüdischen Gemeinde erwirkten die Kündigung der jungen, liberalen Kantorin. Eine Frau als Mittlerin zwischen Betenden und Gott ist für viele Konservative nach wie vor eine Provokation. [..]

 

Mai 2005
Zwei Rabbiner über Estrongo Nachama
Rosa Lewin
Es wurde eine Veranstaltung mit vielen Höhepunkten. Das begann damit, dass ihre Leitung in den Händen zweier Rabbiner lag, die zu den prägenden Persönlichkeiten des liberalen Judentums in Berlin gerechnet werden: Neben Rabbiner Dr. Andreas Nachama saß Rabbiner Dr. Walter Hornolka, Gouverneur der Weltunion für progressives Judentum für Europa, der zu Beginn von der Dankesschuld des Abraham Geiger Kollegs und der liberalen Juden in Deutschland überhaupt gegenüber Estrongo Nachama sprach. Seinem Wirken als Kantor sei die Erhaltung der liberalen Musiktradition in Nachkriegsdeutschland zu verdanken, für die Namen wie Lewandowski, Sulzer und Naumburg stünden. Nachama sei für ihn von jung an das Vorbild eines Kantors gewesen, »der Kantor per se«. Homolka würdigte auch die Ver-dienste Andreas Nachamas namentlich um das Reformjudentum und nannte Etappen aus dessen Leben bis zur Synagoge am Hüttenweg (nun mit Sohn Alexander als Kantor). mehr

 

Abraham Geiger Kolleg Frühjahr 2005
"Hat außer Singen nichts im Sinn"
CD-Präsentation mit Aufnahmen von Oberkantor Estrongo Nachama im Jüdischen Kulturverein
"Seine Lust war Singen -sein Leben war Gebet steht auf dem Grabstein des unvergessenen Berliner Oberkantors Estrongo Nachama (1918-2000), der vor sechzig Jahren von der Roten Armee auf dem Todesmarsch bei Nauen befreit worden war, auf eine Rückkehr ins heimatliche Saloniki hoffte, aber dann doch in Berlin hängen blieb und hier über fünfzig Jahre für die jüdische Gemeinde tätig war. In den unvermeidlichen Stasi-Akten des Kantors, der als griechischer Staatsbürger auch regelmäßig in der Hauptstadt der DDR amtieren und bei Synagogalkonzerten im Friedenstempel Rykestraße auftreten konnte, heißt es hingegen eher lapidar. "Hat außer Singen nichts im Sinn." Soeben ist ein Live-Mitschnitt einer Schabbat-Feier mit Gesängen Nachamas herausgekommen, auf der er vom Chor der Synagoge Herbartstraße und von Monika Almekias-Siegl an der Orgel begleitet wird: ein schöner Anlass für seinen Sohn Rabbiner Dr. Andreas Nachama und für Rabbiner Dr. Walter Homolka, bei einer Veranstaltung im jüdischen Kulturverein am 10. April den Lebensweg von "Eto" nachzuzeichnen und mit Musikbeispielen zu illustrieren. Rabbiner Homolka erinnerte daran, dass es namentlich Estrongo Nachama zu danken ist, dass die reiche Musiktradition des liberalen deutschen Judentums, für die Namen wie Lewandowski, Sulzer und Naumburg stehen, im Nachkriegsdeutschland erhalten blieb. In der "Schabbat-Feier" finden sich denn auch die altvertrauten Melodien von Louis Lewandowski wieder, die nach wie vor auch in der Synagoge Pestalo7zistraße gepflegt werden. Das ebenso umfangreiche wie liebevoll gestaltete Booklet zur CD gibt nicht nur die Texte dieser liturgischen Gesänge in deutscher Übertragung wieder, sondern führt mit vielen historischen Photographien auch durch über fünfzig Jahre jüdischen Lebens in Berlin: da finden sich Aufnahmen mit den liberalen Rabbinern Riesenburger, Lehrmann, Salzberger, Lubliner und Levinson, von Weggefährten wie Heinz und Ruth Galinski, aber auch von Konzerten, Gedenkfeiern und politischen Begegnungen.
Die CD-Präsentation wurde in Teilen fürs Fernsehen aufgezeichnet und wird am 14. Mai Um 21 Uhr auf 3sat gezeigt. Informationen zum Vertrieb der CD "Schabbat-Feier Oberkantor Estrongo Nachama live" über wwvv,nachama.de

 

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